… die Sache mit Bitcoin

Was ist zum aktuellen Zeitpunkt der letzte Trend? Kryptowährungen. Was im Jahr 2009 mit Bitcoin angefangen hat, ist heute mit einer vierstelligen Anzahl an „altcoins“ und über 500 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ein Weltgeschäft. Hinter Bitcoin und den anderen Kryptowährungen steckt die Blockchain, eine geniale Kombination technologischer Entwicklungen verschiedener Wissenschaftler der letzten Jahrzehnte. Über die Blockchain oder auch andere Technologien die dem Sinn entsprechen lässt sich ewig schreiben. Fest steht, der Sinn sowie die Technologie dahinter kann revolutionär sein. Wieso kann? Einfach erklärt. Es mangelt generell am Interesse des eigentlichen Zwecks. Das hat auch Vitalik Buterin, der Kopf hinter der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum, am 27. Dezember deutlich gemacht.

Vitalik entkräftete etwas seinen Post, indem er erklärte weiterhin an der Technologie zu arbeiten, solange ein sozialer Mehrwert besteht. Trotzdem hat er völlig recht. Das größte Problem der Kryptowährungen ist der Hype selbst. Menschen sehen an der Währung nur die Rendite und nicht dem Sinn einer dezentralen Währung – was der Großteil der Menschen sowieso nicht versteht. Wie oft höre ich von den „alles Wissenden“, die aufgrund des Preisanstiegs Unsummen verdient haben und andere dazu animieren in die Welt der Cryptocurrencies zu investieren. Auch Zeitschriften werben indirekt mit ihren abstrusen Nachrichten. Folge ist ein Kurs jenseits von Gut und Böse, bei ca. 15.000 USD für einen BTC.

Ebenso zeigt sich die Praxisuntauglichkeit anhand der Transaktionskosten (TK), welche sich auf vielen Infoseiten zu Bitcoin finden lassen. Bitinfocharts und bitcoinfees.earn.com sind hier zu nennen. Der folgende Link (Bitinfocharts) stelltden Verlauf der durchschnittlichen TK dar, während hier (Bitcoinfees) die aktuellen Kosten der letzten Transaktionen innerhalb von 24/336 zu finden sind.

Zum Vergleich nehme ich mir 4 Tage zwischen 2016 und 2017 heraus:

  • 22.12.2017: 55 USD, pro Transaktion
  • 25.08.2017: 8,936 USD
  • 01.01.2017: 0,35 USD
  • 12.07.2016: 0,154 USD

zwischen dem 22.12.2017 und dem 12.07.2016 liegt ein Anstieg von 35714 % der TK. Natürlich wäre ein kurzer Blick auf den Bitcoinpreis ebenso nicht verkehrt.

  • 22.12.2017: 14030 USD/BTC
  • 25.08.2017: 4367 USD/BTC
  • 01.01.2017: 952 USD/BTC
  • 12.07.2016: 653 USD/BTC

Zugegeben, beide Wertänderungen sehen faszinierend aus. Betrachtet man allerdings das Verhältnis beider Anstiege fällt einem auf:

  • Das Verhältnis BTC/TK liegt:
    • am 22.12.2017 bei ca. 0,3920 % pro Transaktion
    • am 12.07.2016 bei ca. 0,0236 % pro Transaktion
  • Der Bitcoin stieg zwischen dem 12.07.2016 und dem 22.12.2017 um 2149 %
  • Die TK stiegen zwischen dem 12.07.2016 und dem 22.12.2017 um 35714 %

Schon alleine diese Veränderung sollte einen ins Grübeln bringen und die Sinnhaftigkeit der Währung bezweifeln. Trotzdem würde man bei ca. 100 Euro, 40 Cent TK akzeptieren.

Es geht allerdings weiter, denn so leicht wird es wieder nicht gemacht. Der Großteil der Wallets empfiehlt höhere Transaktionskosten, sodass diese schneller bestätigt werden. Meine Wallet besitzt 5 voreingestellte Gebühren pro byte, von „niedrigste Priorität“ bis „dringend“. Die niedrigste Priorität bedeutet derzeit 529 Satoshis/byte. Dabei ist 1 Satoshi 0,00000001 BTC.

Nun wird ein wenig gerechnet. Durchschnittlich besteht eine Transaktion aus derzeit 226 bytes. Wie genau die Transaktionsgrößte berechnet wird ist sehr komplex, der geneigte Nerd findet die Berechnung hier (Bitcoin Wiki). Bleiben wir beim Durchschnitt, wären wir pro Transaktion bei 119.554 Satoshis. 119,554 Satoshis sind sozusagen 0,00119554 BTC und umgerechnet 16 Dollar. Das ist natürlich schonmal eine Bank, meine Wallet macht es allerdings nochmals teurer und berechnet mir für 45 Euro, 0,002096 BTC, d. h. 27,53 USD was umgerechnet mehr als 60 % der eigentlichen Transaktion sind. Glücklicherweise kann ich an meiner Wallet meine Gebühr selbst einstellen, ist allerdings bei manchen Wallets nicht möglich. Zudem ist die Chance eine Bestätigung der Transaktion mit einer geringen Transaktion ziemlich gering. Folglich wird derzeit jede Transaktion zu einer farce.

Bitcoin bleibt weiterhin ein Mekka für Menschen, welche nach großem Geld gieren und dient eher dem hin und herschieben der Währungen um am Ende seine Heimatwährung (USD oder EUR) zu erhöhen. Der Sinn und Zweck der Währung wird völlig untergraben und dient als Paradebeispiel der anderen Krypto-Währungen, was mehr als Schade ist. In der Krypto-Welt befinden sich vielzählige spannende und interessante Unternehmen, die meines Erachtens weniger Probleme bereiten als Bitcoin (dazu ein anderes mal). Diese werden allerdings Dank des Bitcoin-Hypes nur hin und hergeschoben.

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